Die Geschichte des Klosters Monte Pozzali, Massa Marittima, Grosseto, Toskana.

Die Geschichte

Der Konvent von Monte Pozzali - Die Geschichte

Das Kloster von Monte Pozzali erhob sich in alten Zeiten innerhalb der Besitztümer, die dem Schloss von Monte Bozaio ( Monte Pozzali) angehörten.
Diese Burg stellte ein Machtzentrum für die Familie der Pannocchieschi dar, eine bedeutende Familie aus dieser Gegend, deren Vermögen besonders mit dem Bergwerksabbau zusammenhängt.
Paganello ( Nello genannt) Pannocchieschi war der Besitzer der umliegenden Bergwerke. In der Geschichtsschreibung wird er als Mann von Pia de’Tolomei erinnert, welche wiederrum von Dante in der Göttlichen Komödie unter denen, die an einem gewaltsamen Tod gestorben sind, erwähnt wird:

“ Ricorditi di me, che son la Pia; Siena mi fé, disfecemi Maremma: salsi colui che ‘nnanellata pria disposando m’avea con la sua gemma”

Göttliche Komödie - Fegefeuer: Gesang V - Verse 130-133.

Der Konvent von Monte Pozzali - Die GeschichteDie Legende erzählt, dass Pia, welche für ihren Mann unbequem geworden war, im Castel di Pietra eingesperrt wurde. Dieses Schloss erhob sich auf einer Anhöhe, ganz in der Nähe und mit Blick auf Monte Pozzali , einer Burganlage, in der diese im Jahre 1289 starb, man fand sie leblos am Fuße des Turmes. Ihr Tod ist immer ein Rätsel geblieben: Die offizielle Version bleibt die des Freitodes aufgrund ihres unglücklichen Lebens, doch bereits in alten Zeiten vermutete man, dass der Ehemann hinter ihrem Tod steckte. Heute noch wird im Monat August in einem Dorf der Maremma namens Gavorrano der „Sprung der Fürstin“ in Erinnerung an Pia de‘Tolomei gefeiert, deren Tod für ein unglückliches Leben zeugt, welches in der Geschichte viele leidenschaftliche Liebesgeschichten miteinander verbunden hat und immer noch verbindet. Der Konvent von Monte Pozzali - Die Geschichte
Der Name eines Zweiges der Familie Pannocchieschi, deren Familienoberhaupt Ranieri Pannocchia war, stammt von Monte Pozzali, während dessen Söhne vor dem Jahr 1204 von „Lambertuccio del fu Gualando“ dessen sich in der Nähe von Massa Marittima befindliche Güter in Pfand genommen hatten, welche dieser wiederum zu jenem Zeitpunkt der Gemeinde von Massa Marittima entzogen hatte. Es gibt wenige von Monte Pozzali erhaltene Urkunden, die jedoch nur bis ins 14.Jahrhundert zurückreichen. Die ursprüngliche Ansiedlung ist mit großer Wahrscheinlichkeit älteren Ursprunges und steht mit einer geringen Anzahl an Bevölkerung in Verbindung, welche sich auf den Anhöhen südlich des Schlosses angesiedelt hatte und archäologisch gesehen bis ins 7.Jahrhundert n.C. zurückgeht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch diese Ansiedelung nach dem 7.Jahrhundert nach oben hin verlegt wird, genau dorthin, wo sich das Schloss zu einem späteren Zeitpunkt erheben wird.Der Konvent von Monte Pozzali - Die Geschichte
Die Familie Pannocchieschi war also mehr Urheber der Befestigungsanlage des Ortes, als der Neugründung. Vom Schloss von Monte Pozzali konnten die Pannocchieschi die Mineralvorkommnisse des Valle dei Noni kontrollieren. Die Mineralisationen entlang des Zanca-Grabens und teils entlang des Noni-Grabens waren zweifelsohne der Grund für die Entstehung des Schlosses und auch der Ortsname Monte Pozzali selbst , der sehr stark eine Tendenz zu einer Bergwerkssiedlung andeutet, ist Zeuge dafür.Der Konvent von Monte Pozzali - Die Geschichte
Aus einer historischen Urkunde geht hervor, dass das Schloss bereits 1315 aufgrund eines Kriegsrechtes im Besitz der Gemeinde von Massa Marittima war, dabei handelte es sich um den Krieg der Gemeinde gegen die Pannocchieschi, die schuldig für die Plünderung des Klosters von Monteverdi waren, bei der der Abt umgebracht wurde. Die Urkunde aus dem Jahre 1315 zwingt einen gewissen Cerbone di Averardo, Bürger von Massa Marittima, dazu , das Schloss von Monte Pozzali der Jurisdiktion von Massa Marittima zu unterstellen und die für die gute Instandhaltung der Schlossmauer notwendigen Arbeiten durchzuführen.
Der Konvent von Monte Pozzali - Die GeschichteUm diesen Zeitraum herum scheint Monte Pozzali seine ursprüngliche Bedeutung verloren zu haben und eine der Gemeinde Massa Marittima unterstehende Festung geworden zu sein; trotzdem wird das Schloss in einer Urkunde vom 2.November 1328 erwähnt, wo die Hälfte des Castello di Pietra abgetreten wird. Die aktuellen Überreste des Schlosses stellen einen interessanten Aufriss der Zusammensetzung des Mauerwerkes dar, im Inneren, gut integriert in den Mörtel des Bauwerkes, sind zahlreiche Überbleibsel geringer Dimension ( 3 bis 5 cm groß), welche ziemlich flüssig sind, der Mineralverschmelzung sichtbar. Dieses seltsame Vorhandensein bestätigt einerseits Metallverarbeitungsprozesse die von Metallgewinnung herrühren, andererseits entsteht dadurch das Standortproblem der Verschmelzungsanlage.
Diese Anlagen stammen wahrscheinlich aus der Zeit herrschaftlichen Lebens im Schloss und wurden alle in der Nähe der Mauer positioniert, wenn nicht direkt im Inneren; daraus erklärt sich auch die massive Anwendung von Metallüberresten als Füllmaterial für das Mauerwerk. Die Ansiedlung, von der heute neben dem gesamten Mauerumfang die Überreste eines eingestürzten Turmes und eines Schlosses vorhanden sind, wurden dem Hügel entlang positioniert und sind über einen engen Weg im Inneren des Waldes erreichbar. Den Mauerumfang entlang sind noch immer neben dem Eingangstor zum Schloss Schießscharten klar sichtbar. Im Inneren sind der Einsturz des Turmes der Befestigungsanlage und Überreste der Trennmauer erkennbar; aufgrund dieser Humusschicht ist eine genauere Analyse der inneren Unterteilung des antiken Dorfes nicht möglich.
In der Folge wurden die Besitztümer von Monte Pozzali von der Republik von Massa Marittima beschlagnahmt. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde das alte Schloss in ein Kloster der Benediktinerschwestern verwandelt. Der Sage kann entnommen werden, dass das Schloss in jüngeren Zeiten in ein Gefängnis verwandelt wurde, nachdem an den Außenfenstern des heutigen Speisesaals des Restaurants noch einige Eisengitter vorhanden sind. Im Laufe des 2.Weltkrieges ist das alte Kloster Erzählungen zufolge auch zu einem Unterschlupf der Partisanen geworden ( bei einer genaueren Betrachtung der Fassade des Hauptgebäudes sind die Zeichen der Bombenangriffe noch immer sichtbar) und danach ein Gehöft der Bauern aus der Umgebung. Wie aus der Zeugenaussage der Priester der Kurie von Massa Marittima hervorgeht, ist ein Loch von 1500 bis 1800 vorhanden: ein Brand , der sich vor einigen Jahren in der Bibliothek von Massa Marittima ereignet hat, hat viele historische Unterlagen des antiken Klosters zerstört.

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